In der heute so schnelllebigen Welt ist es kaum mehr vorstellbar, wie in unsere Dörfer vor 50 oder 60 Jahre gelebt wurde. Dankenswerterweise wurden uns Bildaufnahmen von Hannberg und der Wehrkirche aus der Zeit 1959 bis 1965 von dem damaligen Lehrer Herr Robert Noppenberger zur Verfügung gestellt, die einen Einblick in das Dorfleben und -struktur von Hannberg vor 50 bis 50 Jahren geben.

Dorfplatz in Hannberg

Hannberg Dorfplatz

Hannberg Dorfplatz

Zu Ende der 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war der Verkehr in dem Örtchen Hannberg im Seebachgrund noch übersichtlich, nur sehr wenige Autos durchquerten den Ort Richtung Erlangen oder nach Norden Richtung Höchstadt. In Hannberg gab es somit 1955 einen relativ großen Dorfplatz, der auf der einen Seite von den Wirtschaft Baumüller (heute noch vorhanden), von der Wirtschaft Winkelmann (heute Firma Wegscheider in Neubau) und der Durchgangsstraße Richtigung Heßdorf/Erlangen begrenzt wurde.

Auf dem Foto „Hannberg Dorfplatz“ (aufgenommen am 13. Juni 1964) ist auf der linken Seite die Gastwirtschaft Baumüller und auf der rechten Seite das Gasthaus Winkelmann (früher Gasthaus Schmitt) zu sehen. Zwischen den beiden Gebäuden ist der Hof der Familie Baumüller zu sehen, auf dem Geräte und Anhänger der Landwirtschaft stehen.

Dorfplatz und Brunnen

Dorfplatz und Brunnen

Das Foto „Dorfplatz und Brunnen“ ist vom Eingangstor der Wehrkirche aus aufgenommen worden. Hier ist auf der rechten Seite ein Brunnen zu sehen, der im Laufe der Dorfveränderungen zugemauert wurde. Legenden besagen, dass über dem Dorfbrunnen ein Eingang in den unterirdischen Gang zwischen Hannberg und Neuenbürg bestanden haben soll. Im Hintergrund sind die damaligen Anwesen der Familien Dengler, Hauptmann und Gimberlein zu sehen. Auf der linken Seite ist die heute noch vorhandene Steinmarter zu sehen. Der Dorfplatz ist mit Autos und Rollern der 50/60er Jahre belegt.

Was war nun die auffallenden Merkmale des früheren Dorfplatzes in Hannberg? Er wurde auf jeden Fall durch die beiden Gasthäuser Baumüller und Winkelmann und der angrenzenden Wehrkirche geprägt.

Linde auf dem Dorfplatz

Linde auf dem Dorfplatz

 

 

Darüber hinaus stand für mehr als 50 Jahre eine alte Linde auf dem Platz, die 1959 durch einen Blitzeinschlag verbrannte und entfernt wurde. Die Linde prägte das Dorfbild des Hannberger Dorfplatzes. Nach der Beseitigung der Linde wurde die Ortsdurchfahrt die Parkplätze vor dem Gasthaus Winkelmann neu gestaltet.

Es wäre wünschenswert, wenn die aktuelle Diskussion über eine Neugestaltung des Dorfplatzes in Hannberg im Jahr 2013/14 durch die historische Bilder Anregungen finden.

Kinder beim Holzsammeln JohannisAuf dem Bild sind Kinder beim Sammlung von Holz für das Johannisfeuer zu sehen. Sehr deutlich wird, dass die Durchfahrtsstraße in Hannberg deutlich weniger befahren war.

Im Hintergrund ist von links die alte Bäckerei Schmidt, das Haus Gumbrecht und rechts das Gasthaus Baumüller zu sehen. Zentral im Hintergrund ist die ehemalige Linde des Dorfplatzes zu sehen.

Der alte Friedhof im Innenhof der Wehrkirche

Gräber im Innenhof der Wehrkirche vor 1960

Gräber im Innenhof der Wehrkirche vor 1960

Besucht man die Wehrkirchen in Effeltrich und Kraftshof, so sind die Gräber des Friedhofs im Innenhof der Wehrkirchen ein erster Eindruck. Auch in Hannberg wurden für fast 500 Jahren die Toten im Innenhof der Wehrkirche begraben. Bis zum Jahr 1960 befanden sich viele Gräber im Innenhof. Diese wurden im Rahmen der Umgestaltung der Wehrkirche 1960/61 entfernt und der Innenhof mit einem Rasen begrünt.

Auf dem Foto ist die Atomosphäre eines Friedhofs im Inneren der Wehrkirche deutlich zu spüren. Parallel zur Entfernung der Gräber im Innenhof wurde auf der Ostseite außerhalb der Wehrkirche der heute noch betriebene Friedhof inklusive einer Leichenhalle gebaut.

 

Pfarrhaus

Pfarrer Sterzl vor Pfarrhaus

Pfarrer Sterzl vor Pfarrhaus

Vor 50 Jahren war Herr Pfarrer Sterzl (heute bereits verstorben) der zuständige Priester für die Pfarrei Hannberg. Auf den vorliegenden Foto ist zu sehen, wie Herr Sterzl mit 2 Schwestern und Herrn Pfarrer Geier eine große Sonnenblume vor dem Pfarrhaus im Empfang nimmt.

 

 

 

Abriss Gasthaus Winkelmann und Offenlegung unterirdischer Gang

Unterirdischer Tunnel nach Abriss Haus Winkelmann

Unterirdischer Tunnel nach Abriss Haus Winkelmann

Zu Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde das damalige Gasthaus Winkelmann abgerissen. Bei den Abrissarbeiten waren viele Bewohner Hannbergs tatkräftig mit im Einsatz. Nach dem Abriss ist die Westseite der Wehrkirche offen gelegt. Es ist der Ausgang des unterirdischen Gangs der Wehrkirche Richtung Neuenbürg deutlich zu sehen. Dieser Ausgang wurde im Rahmen eines Neubaus durch die Raiffeisenbank zugemauert und verschließt somit den historisch wertvollen unterirdischen Gang der Wehrkirche Hannberg.

 

 

Kontakt

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Weitere Fotos von Hannberg vor 50 Jahren sind auf Facebook zu sehen: 

www.facebook.com/wehrkirche.hannberg