Albrecht Achilles von Bayreuth-Ansbach mit Ehefrau

Albrecht Achilles von Bayreuth-Ansbach mit Ehefrau

Auf die Frage nach der Entstehung der Wehrkirche Hannberg wird stets eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Stadt Nürnberg und dem Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach-Bayreuth im sogenannten ersten Markgrafenkrieg genannt. Im folgenden Artikel werden die Ursachen, der Verlauf und die konkrete Auswirkung des Krieges auf den Seebachgrund beleuchtet.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war das Gebiet des Seebachgrunds im Besitz des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth. Dieser stammte aus dem Geschlecht der Hohenzollern, die als Zollern seit Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Burggrafenamt in Nürnberg belehnt worden waren. Albrecht Achilles erbte 1415 die Mark Brandenburg. Durch eine geschickte Verhandlungspolitik konnte er sein Territorium in Mittel- und Oberfranken erheblich ausweiten, so dass er sich Markgraf von Ansbach-Bayreuth nennen konnte. Ziel von Albrecht Achilles war die Gründung eines Herzogtums Franken. Durch seine andauernden Bestrebungen sein Herrschaftsgebiet auszuweiten, kam es unweigerlich zu Konflikten mit der Reichsstadt Nürnberg, deren Gebiet er stark bedrohte. Als Folge dieses Konfliktes kam es zum 1. Markgrafenkrieg, der Albrechtinischen Fehde, zwischen Albrecht Achilles und der Stadt Nürnberg im Juni 1449.

In diesem 1. Markgrafenkrieg hatte sich Markgraf Albrecht Achilles mit Bischof Anton von Bamberg verbündet. Außerdem erhielt Albrecht Unterstützung von den Burgbesitzern von Weisendorf (von Seckendorf) und von Neuenbürg (von Maiental) im Seebachgrund.

Als Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Nürnberg und dem Markgrafen kam es auch immer wieder zu Überfällen der Nürnberger Soldaten im Gebiet des Seebachgrundes. So wurden im ersten Kriegsjahr 1449 bereits das Schloss in Weisendorf und das Wasserschloss in Neuenbürg niedergebrannt. Die Pfarrei Büchenbach, der Hannberg angehörte, stand seit 1442 unter dem Schutz des Markgrafen.

Als Beispiel des Ausmaßes der kriegerischen Auseinandersetzung kann eine Übersicht über einige Überfälle im August 1449 dienen: Am 11. August 1449 brannten die Soldaten der Reichsstadt Nürnberg an einem Tag 18 Dörfer nieder und brachten 2000 Stück Vieh mit in die Stadt zurück. Am 20. August wurden weitere 14 Dörfer, am 25. August 1449 wiederum 14 Dörfer niedergebrannt, am 20. September 1449 konnten die Nürnberger weitere 2000 Stück Hauptvieh in die Stadt zurücktreiben. In 14 Tagen wurden insgesamt 46 Dörfer zerstört. Diese Zahlen machen deutlich, dass selbst die Dörfer, die von Nürnberg aus einen Tagesritt entfernt waren, in großer Gefahr waren und dass die kriegerischen Handlungen nicht nur unmittelbar umliegende Dörfern betraf. Grundsätzlich spielen Entfernungen im Mittelalter keine so unüberwindbare Rolle, wie wir oft meinen. Das zeigt sich nicht nur an der Tatsache, dass allein das reichsstädtische Territorium Nürnbergs um 1500 flickenteppichartig etwa vom Steigerwald bis nach Greding reichte, sondern auch daran, dass das mittelalterliche Heilige Römische Reich in Bezug auf seine Vernetzung und geografischen Ausmaße im Sinne des heutigen Europas zu begreifen ist.

Ebenso wurde Büchenbach von 80 Soldaten der Stadt Nürnberg angegriffen, der befestigte Kirchenhof wurde gestürmt und das Dorf verwüstet. Als Gegenreaktion brannten die Soldaten des Markgrafen Achilles aus Rache innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Dörfer Bruck, Eltersdorf, Vach, Neuenhof, Kraftshof und Gräfenberg nieder. Die Taktik der beiden Kriegsparteien bestand vor allem darin, dem Gegner dort Schaden zuzufügen. Den größten Effekt hatte dies auf dem einfachen Land, wo die Bauern als Lehen den Markgrafen wichtige Einnahmen ermöglichten.

Lageplan Pillenreuther Weiher

Lageplan Pillenreuther Weiher

Ein direkter Angriff des Markgrafen mit 7000 Mann auf die Festung in Nürnberg blieb erfolglos. Am 11. März 1450 verlor Albrecht dann jedoch eine Schlacht am Pillenreuther Weiher. Letztendlich verfügte die Stadt Nürnberg in diesem Krieg über eine Artillerie, die derjenigen von Albrecht Achilles überlegen war, so dass dieser bereits nach einem Jahr seine Niederlage eingestehen musste.

Auf Vermittlung des Würzburger Bischofs kam es 1453 zum Frieden, bei dem vereinbart wurde, dass sowohl das Neunbürger als auch das Weisendorfer Schloss wieder aufgebaut werden sollten.

Die für den Seebachgrund spannende Frage ist nun, wann die Nürnberger Truppen das Gebiet um Hannberg erreichten und welcher Schaden angerichtet wurde. Historischen Dokumenten ist zu entnehmen, dass im August 1449 eine Vielzahl von Ortschaften und Bauernhöfe aus dem Seebachgrund überfallen wurden, den Bauern das Vieh geraubt sowie Häuser und Höfe verbrannt wurden.

Quellen:

  • Schaub, Hans „Die Wehrkirche zu Hannberg“, Heinrichs-Verlag, 2007
  • Stark, Monika „Die Wehrkirche in Hannberg“, Zulassungsarbeit zur I. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen 1972, Universität Würzburg
  • Rühl, Eduard, Dr. „Kulturkunde des Pegnitztales und seiner Nachbargebiete“, Frankenverlag Lorenz Spindler, Nürnberg 1961