Unter der Überschrift „Den Heiligen auf der Spur“ bot der Sachausschuss Kunst, Kultur und Geschichte der Pfarrei Hannberg am Tag vor Allerheiligen eine Nachtwanderung zu den Katakomben von Hannberg an. Der Sachausschuss richtete sein Angebot speziell an jungen Familien und Kindern als Alternative zu Halloween. Hierfür wurden eigens die über 70 Meter tiefen Bierkeller gegenüber des Hannberger Friedhofs in eine römische Katakombe umgestaltet. Das Angebot wurde sehr gut angenommen, denn über 130 Kinder und Eltern trafen sich vor dem Eingangstor der Wehrkirche zu Hannberg ein.

Der Sachausschussleiter Thomas Willert agierte als Nachtwächter und führte die Kinder zu verschiedenen Stationen des kleinen Ortes Hannberg, an denen die Geschichte von biblischen Figuren und Heiligen durch Laienschauspieler den Kindern näher gebracht wurde. Zuerst trafen die Kinder Saulus von Tarsus, der den Kindern berichtete, wie er früher zuerst die Christen bekämpfte und nach seiner Begegnung mit der Stimme Gottes in der Wüste bekehrt wurde.

Die Hauptattraktion der Nachtwanderung war eine Führung durch die als „Katakomben von Hannberg“ umgebauten Bierkeller in der Röhracher Straße in Hannberg. Hierbei erfuhren die Kinder, was eigentlich Katakomben waren, nämlich die Zufluchts- und Begräbnisstätten der ersten Christen in Rom. „Ihr müsst Euch das vorstellen, wie unsere Wehrkirche mit ihren Friedhof“ erklärte Willert die Funktion der früheren Katakomben. In den zum Teil weit verzweigen Bierkeller begegneten die Kinder noch den heiligen Paulus und der eher unbekannten Heiligen Justina. Beide berichteten den Kindern von dem Leben in den Katakomben.

Den Bezug zu Hannberg wurde bei der Vorstellung eines Reliquienschreies der Pfarrei Hannberg hergestellt. Mit Erlaubnis von Pfarrer Rebhan konnte einer der beiden Reliquienschreine aus der Wehrkirche mit Überresten von Heiligen aus Rom, z.B. der Heiligen Justina, den Kindern gezeigt und erklärt werden. „Viele Kinder und auch Erwachsene haben diese Schreine noch niemals wahrgenommen, da sie üblicherweise hinter Blumen auf dem Altar etwas versteckt sind“ findet Willert. Die Hannberger Kinder konnten nun die Hannberger Reliquien ganz nah erleben. Ein gemeinsam gebetetes „Vater unser“ in den tiefen Gewölben und Tunneln vermittelte den Kindern ein sehr intensives Gefühl, wie die gemeinsamen Gebete der Urchristengemeinde abgelaufen sein möchten.

In einem zweiten Bierkeller wurden noch Zeichentrickfilme von der Bekehrung des Saulus zum Paulus für die Kleinsten der Gemeinde gezeigt.

Zum Abschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein bei Würstchen und Getränken, wobei sich die Kinder und ihre Eltern vor einer großen Feuerschale im Außenbereich der aktuell renovierten Wehrkirche zu Hannberg aufwärmen konnten. Letztendlich waren alle Kinder glücklich, es gab viel Spannung und viel Wissenswertes über Heilige und weniger Grusel im Zusammenhang mit Halloween.