Im Folgenden werden kurze Geschichten und Anekdoten aus Hannberg und dem Seebach Seebachsgrund veröffentlicht. Hierbei werden Persönlichkeiten aus dieser Gegend gebeten, kleine persönliche Geschichten beizutragen.

Wer soll das bezahlen? 

von Robert Noppenberger, Jahrgang 1926, ehem. Direktor der Volksschule Hannberg

… lautete eine Schlagzeile der lokalen Presse über die Gemeinde Hannberg Ende der sechziger Jahre. Der Schulhausneubau und die notwendige Kanalisierung belasteten bereits den Etat der Gemeinde in ungewöhnlicher Weise. Da tauchte ein neues Problem auf, die zentrale Wasserversorgung für die kleine, aus fünf Ortschaften bestehende Gemeinde Hannberg.

Eine Bürgerversammlung wurde einberufen in die Gastwirtschaft Baumüller in Hannberg. Landrat Dr. Georg Dassler und seine Fachleute warben für die zentrale Wasserversorgung. Ohne diese würden in Zukunft keine Pläne für neue Wohnhäuser genehmigt werden. „Jetzt gäbe es noch 80% Zuschuss vom Land für die Baumaßnahme, aber höchstwahrscheinlich nicht ehr lange“. Es sei höchste Zeit für den Beschluss dieser Baumaßnahme.

Die anwesenden Bürger sprachen sich geschlossen dagegen aus, weil sie für ihre Anwohner eigene Brunner mit Elektropumpe und Druckkessel hatten.

Die Gemeinderäte aus Hannberg und ihr Bürgermeister Haselmann standen vor einer schweren Entscheidung. Sollte die weitere Entwicklung der Gemeinde entsprechend dem Willen der anwesenden Bürger gestoppt werden? Ich (Robert Noppenberger, die Redaktion) gab zu bedenken, dass ja nur ein geringer Teil der gesamten Gemeindebürger anwesend und dagegen war. Die meisten waren nicht erschienen, weil sie mit dem Bau einverstanden wären, bzw. nichts dagegen hätten.

Alle Achtung vor den damaligen Gemeinderäten. Sie stimmten geschlossen für die zentrale Wasserversorgung. Parteien gab es damals noch nicht im Gemeinderat. Dem Bau neuer Wohnhäuser in Hannberg, vor allem im geplanten Ortsteil Käferhölzlein stand nun nichts mehr im Wese.

Es wurde auch alles bezahlt, bis auf den letzten Pfennig.