Bereits zum vierten Mal veranstaltete der Sachausschusses Kunst, Kultur und Geschichte der Pfarrei Hannberg am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen eine Nachtwanderung für Kinder. Unter dem Namen „Den Heiligen auf der Spur“ möchte man Eltern von Kleinkindern eine christliche Alternative zu den immer stärker werdenden Halloweenaktivitäten bieten.

Kinder verfolgen die Theaterstücke

Kinder verfolgen die Theaterstücke

Laut dem Initiator der Nachtwanderung Thomas Willert, selbst Vater von drei Schulkindern, war die Idee relativ einfach „Viele Heiligenfiguren in der Kirche sind den Kindern unbekannt, besitzen jedoch spannende Geschichten, falls man sie kindergerecht erzählt. Die Kunst ist es, die Heiligenfiguren aus dem Kirchengebäude zu den Kindern zu bringen, sozusagen „auf Augenhöhe“ der Kinder. In Hannberg entschied man die Geschichte mittels kleiner Theaterstücke zu erzählen und stets die Kinder durch Fragen oder Aktionen, wie Straßenkreide-Malaktion, mit einzubinden. Dieses Jahr sollte die Geschichte des Heiligen Antonius dargestellt werden. Die entsprechenden Theaterstücke brachten die Kinder nach Norditalien. Das Fischwunder von Rimini wurde auf eine Wiese außerhalb der Wehranlage verlegt, so dass man sich das Meer von Rimini mit Hilfe der fränkischen Weiherlandschaft vorstellen sollte. Als erfolgreich erwies sich in Hannberg noch, dass man versucht, die Geschichten mit den lokalen Traditionen zu verbinden und einige Passagen in fränkischen Dialekt zu sprechen. Zur Verdeutlichung des Fischwunders des Heiligen Antonius in Rimini wurden prompt mehrere lebendige fränkische Karpfen aus der Umgebung von Hannberg als Anschauungsbeispiel in das Stück mit eingebunden, was die Augen der Kleinkinder glänzen lies.

Figur des Heiligen Antonius in Hannberg

Figur des Heiligen Antonius in Hannberg

Zum Abschluss der Nachtwanderung wurden an Hand der Holzfigur des Heiligen Antonius aus der Pfarrkirche in Hannberg die Attribute des Heiligen erklärt: Das Jesuskind auf dem Arm als Zeichen der Barmherzigkeit und die Lilie als Zeichen der Reinheit. Eine Anekdote zu Antonius als „Schlampererheiliger“ durfte bei der Vorstellung nicht fehlen, was zu allgemeiner Belustigung führte.

Als nicht zu unterschätzendes Element sieht Willert in dem abschließenden gemeinsamen Essen und Trinken. Bei einer großen Feuerschale und vielen Fackeln und Lichtern erleuchtete der historische Innenhof der großen Wehrkirche in Hannberg. Die Familien blieben noch zu einem Plausch bei Glühwein und Kinderpunsch und warmen Imbiss.

„Die Halloween-Umzüge sind in Hannberg und Umgebung seit einigen Jahren deutlich zurück gegangen“, meint einer der ortsansässigen Gäste. Die Nachtwanderung „den Heiligen auf der Spur“ hat sicherlich hierzu einen Beitrag geleistet. Es haben sich bereits mehrere Pfarreien an die Organisatoren gewandt und möchten dieses Konzept auch in ihrer Pfarrei umsetzen.