Am Sonntag, den 21. Juli 2019 fand unter großes Interesse nach 2008 und 2013 bereits der 3. Glaubenstag in Hannberg der Pfarreien Hannberg und Weisendorf statt. Während des gesamten Tages gab es mehrere Gottesdienste sowie eine Vielzahl von Angeboten rund um den Glauben, z.B. Workshops über die Partnerpfarrei in Uganda, gelebte Konfliktlösungen oder ein Kirchturmaufstieg mit geistlichen Impulsen. Vielfältige musikalische Auftritte der Chöre „Voice of Joy“ und „Sing & Pray“, der „Kisi Kids“ sowie ein Auftritt der Sängerin Deborah Rosenkranz rundeten das kulturelle Angebot ab. Rund um die Pfarrkirche war ein aufwendig konzipierten Glaubensparcour aufgebaut, bei dem an 3 Stationen sich die Menschen mit sich und ihren Glauben befassen konnten.

Podiumsdiskussion "Zukunft Kirche"

Podiumsdiskussion „Zukunft Kirche“

Inhaltlicher Höhepunkt war die Podiumsdiskussion am Nachmittag zum Thema „Zukunft Kirche“. Die Gäste der Diskussion waren Weihbischof Herwig Gössl, Dekan David Theil aus München, Schwester Teresa Zukic, Dekan Lars Rebhan, Pfarrer Helmut Hetzel aus Herzogenaurach und der Pfarrer der ansässigen Pfarrei Hannberg und Weisendorf, Johannes Saffer. In der Podiumsdiskussion wurde in offener und konstruktiver Art die Fragen des Moderators Thomas Willert oder der über 300 Gäste zu aktuellen Herausforderungen der Kirche besprochen und beantwortet.

Zum Thema Kirchenaustritte war sich Weihbischof Gössl mit den meisten Podiumsmitgliedern einig, dass die Gläubigkeit bei den meisten Menschen vorhanden ist, dass es jedoch immer schwerer wird, die Menschen an die Kirche zu binde. Bezüglich der Bindung ergänzte Pfarrer Hetzl aus Herzogenaurach, dass die größer werdende Mobilität der Menschen durch arbeitsnotwendige Umzüge den Aufbau kirchlicher Bindung generell erschwert. Schwester Teresa Zukic sah die Situation der Kirchenaustritte durchaus kritisch, sie meinte, dass viele Gläubige „die Nase voll haben von den Missbrauchsfällen in der Kirche, es herrscht große Frust“. Aber die Sehnsucht nach Glauben sei da, man muss die Menschen vor allem direkt ansprechen.

Bezüglich des Themas Missbrauch erklärte Weihbischof Gössl, dass die Bischofskonferenz viele Richtlinien erarbeitet hat, um Missbrauch zu verhindern und festlegen will, wie damit in der Kirche umzugehen sei. Die Kirche ist klar den staatsrechtlichen Regeln verpflichtet, entdeckte Taten werden angezeigt, so dass staatliche Justiz entscheiden kann. Der anwesende Münchener Dekan und Stadtpfarrer David Theil ergänzte hierzu, dass es gut sei Ideale zu haben, aber es gäbe keine idealen Zustände. „Wo es Menschen gibt, gibt es auch Verfehlungen, n der Vergangenheit war die Außendarstellung der Kirche als eine Kirche ohne Makel ein großer Fehler“ meinte Theil.

Auch das Thema Rolle der Frauen in der Kirche wurde offen und kritisch diskutiert. Der Münchener Theil meinte hierzu, dass Frauenpriestertum nicht leicht einzuführen sei. Es gäbe eine 2000-jährige „männliche“ Tradition, die man nicht einfach wegwischen könne. Jedoch müsse man Weg finden, wie Frauen in Zukunft als Diakoninnen oder in anderen Funktionen mehr seelsorgerische Möglichkeiten bekämen.

Zum Ende der Podiumsdiskussion wollte die Gäste des Glaubenstags wissen, was man den Gläubigen in einer Pfarrei vor Ort für die Zukunft empfehlen würde. Dekan Lars Rebhan, selbst früher 10 Jahre Pfarrer vor Ort in Hannberg und Weisendorf stellte fest, dass vor Ort in den betroffenen Pfarreien ein sehr aktives Pfarreileben herrsche. Man solle das wertschätzen und so weiter machen, den Glauben leben und die Ressourcen nutzen, die man vor Ort hat. Hierzu zählt die Kirchen vor Ort, wie z.B. die Wehrkirche Hannberg sowie die Talente der Menschen. Pfarrer Saffer als Gastgeber der Podiumsdiskussion bestärkte die Gläubigen vor Ort in ihrem Engagement und ihren Glauben.

Während des gesamten Glaubenstags fanden sich 1.000 Gäste in der Wehranlage Hannberg ein, um eines der vielfältigen Angebote rund um den Glauben anzunehmen, den Gottesdienst zu besuchen oder ins Gespräch mit jemand anderen über den Glauben zu kommen. Für Pfarrer Johannes Saffer und die Ehrenamtlichen in Hannberg war der Glaubenstag ein großer Erfolg, den so fasste der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Willert zusammen „wo sich so viele Menschen zusammen finden, wie an diesen Tag in Hannberg, da hat Kirche Zukunft“.