Baugeschichte

Eingang Kircheninnere

Eingang Kircheninnere

Es ist bereits ab 1300 eine Kapelle in Hannberg nachgewiesen. Laut Chronisten ist von diesem Bau  aktuell nichts mehr vorhanden. Die allgemein ältesten Teile der Kirche sind der Untergeschosses des Turmes im heutigen Altarbereich und sind frühestens auf das 15. Jahrhundert zurückzudatieren, die Sakristei wurde nachweislich erst 1486 angefügt. Als Baumeister der Kirche wird der Nürnberger Stadtbaumeister Hans Behaim d.Ä. gezählt, der in Nürnberg die Mauthalle und die Kaiserstallungen geschaffen hat. Es wird vermutet, dass die Kirche sehr zügig gebaut wurde, da die Kirche bereits 1464 als befestigt beurkundet ist, der Turm bis 1486 ausgebaut war. Aus architektonischer Sichtweise besitzt der Turm Ähnlichkeiten mit dem Kirchturm in Erlangen-Bruck, der vom Steinmetz Hans Müllern erbaut wurde.

Bis  wurde die erste – qualitativ bedeutende – spätgotische Ausstattung der Kirche abgeschlossen. Als Höhepunkte galten hier mindestens drei spätgotische (Stein-)Altäre. Die zum Zeitpunkt der Ernennung Hannbergs als Pfarrei 1574 vorhandenen Skulpturen gelten als kunsthistorisch sehr wertvoll, insbesondere die Marienfigur mit Kinde im Hauptaltar und eine von P. Gammans (1653) beschriebene Pietà „mit verschränkten Händen“. Sie soll als Wallfahrtsbild große Anziehungskraft auf Bittgänger gehabt haben und ist heute in der Kapelle in Hammerbach zu bewundern (siehe Details unter Skulpturen).

Im Jahr 1712 wurde in der ehemaligen Sakristei – jetzt Taufkapelle – eine Türrahmung aus Eiche eingebracht, die anscheinend ein Auftakt zu umfangreichen Barockisierungsmaßnahmen war. In dieser Phase der Barockisierung wurden 1721 bauliche Erweiterungen durchgeführt, die mindestens drei Altäre wurden zerlegt, die einzelnen Figuren einzeln aufgestellt sowie das neu erweiterte Gotteshaus mit barocken Hoch- und Seitenaltären und sonstiger Barockausstattung versehen.

Der Hochaltar

Maria mit dem Kinde

Maria mit dem Kinde

Im Chorraum des Kircheninnenraums befindet sich der der 1726/27 erschaffene barocke Hochaltar. Sowohl der Hochaltar als auch die Seitenaltäre fertigte der Schreinermeister Friedrich Gehring, die Altarfiguren stammen von einem L. Gollwitzer. Der Hauptaltar wird unterteilt durch einen „gefächerten“ Architekturaufbau und sechs korinthischen Säulen. Die zentrale Gestalt des Hauptaltars ist Maria mit dem Kind, die höchstwahrscheinlich aus der Zeit um 1500 stammt.

Diese Statue wird heute im barocken Ensemble durch den blauen Hintergrund und einen goldenen Fächer hinter dem Haupt Marien’s stark hervorgehoben. Die Nische wird eingerahmt von einem goldenen Blatt-Ornament, das in einer ebenso reich verzierten Kartusche mit der Inschrift „Deo et Agno“ endet.

Zu beiden Seiten des Gnadenbildes erheben sich korinthische Säulen, deren Bemalung Marmor imitieren soll. Auf der linken Seite steht Elisabeth, die Base Mariens. Symmetrisch auf der rechten Seite der Maria steht die Heilige Anna. Beide Frauen sind im Verhältnis zu Maria etwas tiefer gesetzt, tragen Strahlenkronen und blicken zu ihr hinauf. Unterhalb der Muttergottesfigur steht ein Tabernakel, der eine Monstranz beherbergte. Darunter ist das verschließbare Kästchen, wo der Leib Gottes, d.h. die Hostie der Messe, aufbewahrt wird. Zwei kleine Engelsfiguren sitzen auf dem Tabernakel sitzen und halten in der Hand einen Kerzenleuchter. Im Auszug des Altars ist die Heilige Dreifaltigkeit abgebildet. Jesus Christus trägt ein langes, vergoldetes Kreuz, Gott Vater hält in seiner Hand die Weltkugel. Darüber schwebt in Gestalt einer Taube der Heilige Geist. Diese Gruppe wird von Engeln umgeben. Auf der linken äußeren Seite des Altars findet man die Figur des Heiligen Kilian, als Gegenstück dazu auf der rechten Seiten den Heiligen Andreas Apostel. Der Altar weist typisch barocke Stilmerkmale auf, wie beispielsweise das verkröpfte, übereck gestellte Gebälk oder die geschwungenen Giebelsegmente. Typisch für den Barock ist außerdem die Vielzahl von Engeln und Engelsköpfen, die den Altar zieren.

Seitenaltäre

Beide Seitenaltäre der Kirche in Hannberg stammen aus dem Jahre 1727. Die Altäre stammen ebenso von Friedrich Gehring, die Figuren von dem Bamberger Künstler Gollwitzer.

Linker Seitenaltar

Linker Seitenaltar

Linker Seitenaltar: Im Zentrum ist die Mutter Gottes mit dem Kind dargestellt, umgeben von den vierzehn Nothelfern. Jeder der Nothelfer ist durch sein Attribut ausgewiesen. Im Vordergrund des Bildes erkennt man auf der linken Seite die Heilige Barbara mit dem Turm zu ihren Füßen. Auf der rechten Seite des Bildes steht die Heilige Margareta „mit dem Wurm“ an der Kette. In der Hand hält sie einen Palmenzweig fest. Den Abschluss des Bildes ziert wiederum eine Inschrift: Sancti tui domine florebunt sicut lilium. Ps. 115. Im oder auf dem Aufzug darüber befindet sich eine Schnitzfigur des Heiligen Ignatius von Loyola. Es wirkt so, als würde er auf Wolken sitzen, umgeben unterschiedlich großen und kleinen Engeln. Der Aufbau der Seitenaltäre gleicht dem des Hochaltars. Über dem Mittelteil zieren wieder gebogene Giebelsegmente mit darauf sitzenden Engeln den Altar. Neben dem linken Seitenaltar steht eine wundervolle Marienfigur. Maria ist dargestellt als Königin und Siegerin über die Sünde. Sie zertritt mit ihren nackten Füßen die Schlange, die sich um die Weltkugel schlängelt.

Maria zeigt als Zeichen ihres Sieges die Krone und in der Hand das Zepter. Im linken Arm hält sie das Jesuskind, das ein überlanges Kreuz festhält. Maria strahlt eine Anmut und Würde aus, die den anderen Figuren fehlt und sie hinsichtlich der künstlerischen Gestaltung und Anmut besonders macht.

Rechter Seitenalar

Rechter Seitenalar

Rechter Seitenaltar: Das Bild im Mittelfeld des rechten Seitenaltars ist eine Darstellung der Anbetung der Heiligen Drei Könige. Neben dem Josef sitzt Maria mit dem Kind auf dem Schoß und blickt auf die drei Könige herunter, die ihre Geschenke darbringen. Über Maria schweben zwei Engel, als würden sie Maria beschützen wollen. Ein Ornament umzieht das Gemälde und endet mit der Inschrift: Vidimus stellam einus in orientel! Math. 2.2. Im Aufzug oben ist Rochus zu sehen, ein Pestheiliger. Er entblößt sein Bein und deutet auf seine Wunden. Es ist anzunehmen, dass Rochus während der Pestseuchen im 14. Jahrhundert besondere Anbetung widerfuhr. Links von der Darstellung der Anbetung der Könige steht der Heilige Antonius von Padua, im Arm das Kind haltend, in der Hand einen Palmzweig. Im gegenüber steht der Heilige Nepomuk. Er hält in der einen Hand ein Kreuz, in der anderen einen Palmenzweig.

Die 1723 errichtete Kanzel ist wahrscheinlich ein Werk des Schreinermeisters „Jörg“ Friedrich Gehring.

Frühere Kreuzwegstationen an der Außenwand

Eine weitere Besonderheit der Kirche Geburt Mariens war eine Darstellung der Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1743, die im Rahmen der Restaurierung der Anlage im Jahr 1962 wieder entfernt wurde. Die Kreuzwegstationen wurden im August 1743 aus dem privaten Vermögen des Pfarrers Andreas Eberlein an der Außenmauer des Langhauses errichtet. Der Preis für die ganze Arbeit betrug damals 85 rheinische Gulden. Bei der Ausführung der Arbeiten waren die Maurer Conrad Noppenberger aus Heßdorf und die Maler Caspar und Georg Huppert aus Forchheim beteiligt. Die Einweihung fand an dem Fest der Mariä Geburt statt.

Die Entfernung des Kreuzweges wurde durch Pfarrer Hans Sterzl im Sommer 1962 im Rahmen der Restauration des Äußeren der Pfarrkirche durchgeführt. Die Entfernung wurde „nach reiflicher Überlegung“, so dass die Kirchenmauer in ihrer schlichten Schönheit erscheint.

Quellen: 

  • Klaus-Peter Gäbelein „Die barocke Innenausstattung der Hannberger Kirche“ in Festschrift zur 500-Jahr-Feier der Wehrkirche „Aus der Geschichte Hannbergs und seiner Pfarrei“, 1986
  • Stark, Monika „Die Wehrkirche in Hannberg“, Zulassungsarbeit zur I. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen 1972, Universität Würzburg
  • Schaub, Hans „Die Wehrkirche zu Hannberg“, Heinrichs-Verlag, 2007